Vie­le Unter­neh­mer ken­nen die­se Situation:

Der Jah­res­ab­schluss zeigt einen Gewinn. Die Auf­trags­bü­cher sind gut gefüllt. Und trotz­dem stellt sich beim Blick auf das Geschäfts­kon­to die glei­che Frage:

Wo ist das Geld geblieben?

Was zunächst wider­sprüch­lich erscheint, ist in der Pra­xis ein häu­fi­ges Phä­no­men. Denn Gewinn und Liqui­di­tät sind zwei unter­schied­li­che Din­ge. Ein Unter­neh­men kann wirt­schaft­lich erfolg­reich sein und den­noch unter einem Liqui­di­täts­eng­pass leiden.

War­um Gewinn nicht auto­ma­tisch Geld auf dem Kon­to bedeutet

Liqui­di­tät wird von vie­len Fak­to­ren beein­flusst, die sich nicht zwangs­läu­fig auf den Gewinn auswirken.

Typi­sche Bei­spie­le sind:

  • Kun­den zah­len ihre Rech­nun­gen erst nach 30, 60 oder sogar 90 Tagen.
  • Hohe Lager­be­stän­de bin­den Kapital.
  • Inves­ti­tio­nen füh­ren zunächst zu Auszahlungen.
  • Steu­er­zah­lun­gen wer­den zu fes­ten Ter­mi­nen fällig.
  • Hohe Pri­vat­ent­nah­men ent­zie­hen dem Unter­neh­men Liquidität.

Das Ergeb­nis: Zwi­schen einem erziel­ten Gewinn und dem tat­säch­lich ver­füg­ba­ren Geld kön­nen Wochen oder sogar Mona­te liegen.

Des­halb reicht der Blick auf den Gewinn allein nicht aus, um die finan­zi­el­le Situa­ti­on eines Unter­neh­mens zu beurteilen.

Was tun, wenn die Liqui­di­tät knapp wird?

Die gute Nach­richt lau­tet: Ein Liqui­di­täts­eng­pass bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass ein Unter­neh­men in Schwie­rig­kei­ten steckt. Ent­schei­dend ist, die Ursa­chen früh­zei­tig zu erken­nen und gezielt gegenzusteuern.

Kun­den zah­len später

Offe­ne For­de­run­gen bin­den Liqui­di­tät. Ein kon­se­quen­tes For­de­rungs­ma­nage­ment, klar defi­nier­te Zah­lungs­zie­le oder – wenn es sinn­voll ist – Fac­to­ring kön­nen dazu bei­tra­gen, schnel­ler über liqui­de Mit­tel zu verfügen.

Hohe Lager­be­stän­de

Lager­be­stän­de bin­den Kapi­tal, das an ande­rer Stel­le fehlt. Je nach Geschäfts­mo­dell kön­nen Anzah­lun­gen oder Abschlags­rech­nun­gen hel­fen, den eige­nen Finan­zie­rungs­be­darf zu redu­zie­ren und weni­ger in Vor­leis­tung gehen zu müssen.

Inves­ti­tio­nen

Nicht jede Inves­ti­ti­on muss sofort erfol­gen. Manch­mal schafft eine zeit­li­che Prio­ri­sie­rung zusätz­li­chen finan­zi­el­len Spiel­raum. Gleich­zei­tig lohnt es sich, geplan­te Inves­ti­tio­nen früh­zei­tig steu­er­lich beglei­ten zu las­sen. Im Ein­zel­fall kann geprüft wer­den, ob steu­er­li­che Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten – bei­spiels­wei­se Son­der­ab­schrei­bun­gen – genutzt wer­den kön­nen, um die Steu­er­be­las­tung zu opti­mie­ren und die Liqui­di­tät zusätz­lich zu stärken.

Wel­che Mög­lich­kei­ten sinn­voll sind, hängt immer von der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on des Unter­neh­mens und den gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ab.

Steu­er­zah­lun­gen

Steu­ern kom­men nicht über­ra­schend. Wer die vor­aus­sicht­li­che Steu­er­be­las­tung früh­zei­tig kennt, kann Rück­la­gen bil­den und finan­zi­el­le Eng­päs­se vermeiden.

Pri­vat­ent­nah­men

Gera­de in inha­ber­ge­führ­ten Unter­neh­men haben Pri­vat­ent­nah­men einen erheb­li­chen Ein­fluss auf die Liqui­di­tät. Eine geplan­te Ent­nah­me­stra­te­gie hilft dabei, die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät des Unter­neh­mens lang­fris­tig zu sichern.

Liqui­di­tät vor­aus­schau­end planen

Der Kon­to­stand zeigt nur den aktu­el­len Moment. Eine rol­lie­ren­de Liqui­di­täts­pla­nung macht sicht­bar, wie sich Ein- und Aus­zah­lun­gen in den kom­men­den Wochen und Mona­ten ent­wi­ckeln. So las­sen sich mög­li­che Eng­päs­se häu­fig erken­nen, bevor sie entstehen.

Die wich­tigs­te Fra­ge lau­tet: War­um fehlt das Geld?

Nicht jedes Liqui­di­täts­pro­blem hat die­sel­be Ursa­che. Manch­mal sind es ver­spä­te­te Zah­lungs­ein­gän­ge. Manch­mal bin­den hohe Lager­be­stän­de Kapi­tal. In ande­ren Fäl­len sind es Inves­ti­tio­nen, Steu­er­zah­lun­gen oder unge­plan­te Pri­vat­ent­nah­men. Des­halb gibt es auch kei­ne Stan­dard­lö­sung. Der ers­te Schritt besteht immer dar­in, die tat­säch­li­chen Ursa­chen zu ana­ly­sie­ren. Erst auf die­ser Grund­la­ge las­sen sich fun­dier­te Ent­schei­dun­gen treffen.

Unser Fazit

Ein Gewinn ist wich­tig. Noch wich­ti­ger ist jedoch, dass aus­rei­chend Liqui­di­tät vor­han­den ist, um das Unter­neh­men sicher zu steu­ern. Wer sei­ne Zah­lungs­strö­me kennt und früh­zei­tig plant, schafft die Grund­la­ge für unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen – unab­hän­gig davon, wie sich das wirt­schaft­li­che Umfeld entwickelt.

RWTAX unter­stützt Unter­neh­men dabei, ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on ganz­heit­lich zu betrach­ten. Gemein­sam ana­ly­sie­ren wir die Ursa­chen mög­li­cher Liqui­di­täts­eng­päs­se und ent­wi­ckeln Lösun­gen, die zum jewei­li­gen Unter­neh­men pas­sen. Denn gute Steu­er­be­ra­tung bedeu­tet heu­te nicht nur, Steu­ern zu gestal­ten – son­dern auch finan­zi­el­le Hand­lungs­spiel­räu­me zu sichern.

Haben Sie Inter­es­se an aktu­el­len Steu­ern­news, Steu­er­wis­sen, Steu­er­tipps und Ein­bli­cken in unse­ren Kanzleialltag?

Fol­gen Sie uns auf: